Antagonisten zum Relativismus: Eine kritische Betrachtung

Einleitung: Relativismus im Brennpunkt zeitgenössischer Debatten

Kaum ein Begriff hat die Geistes- und Sozialwissenschaften der letzten Jahrzehnte so polarisiert wie der Relativismus. Die Annahme, dass Wahrheit, Wissen und moralische Werte immer kontext- oder kulturspezifisch sind, stößt einerseits auf Zustimmung als Ausdruck von Pluralität und methodischer Offenheit, andererseits auf heftige Kritik. In Zeiten von „Post-Truth“, politischer Polarisierung und wachsender Wissenschaftsskepsis ist die Frage nach den Grenzen des Relativen zentraler denn je. Der Relativismus wird zunehmend selbst zur Projektionsfläche für Krisendiagnosen – von erkenntnistheoretischer Beliebigkeit bis zur politischen Handlungsunfähigkeit.

Dieser Beitrag widmet sich den Antagonisten des Relativismus, also jenen Positionen, Theorien und Autoren, die Relativismus als erkenntnistheoretische, politische oder gesellschaftliche Bedrohung betrachten. Ausgehend von interdisziplinären Perspektiven – der Soziologie, Politikwissenschaft, Religionssoziologie, Philosophie und den Wissenschafts- und Technikstudien (STS) – wird eine differenzierte Analyse zentraler Gegenargumente entwickelt. Ziel ist eine kritische Würdigung ihrer Argumentationskraft im Kontext aktueller Debatten.

Relativismus: Konturen einer kritischen Zielscheibe

In der akademischen Auseinandersetzung wird Relativismus selten neutral verstanden. Je nach Disziplin erscheint er als erkenntnistheoretische Methode, als moralische Haltung, als politisches Symptom oder als ideologisches Feindbild. Die Gegner des Relativismus machen häufig folgende Kritikpunkte geltend:

  • Erkenntnistheoretischer Beliebigkeitsvorwurf: Wenn jede Wahrheit kontextabhängig ist, entfällt ein objektiver Maßstab für Wissen oder Beurteilung.
  • Moralischer Nihilismus: Ohne universelle Werte könnten sogar menschenrechtsverletzende Praktiken kulturell legitimiert werden.
  • Wissenschaftsfeindlichkeit: Relativismus untergrabe das Vertrauen in objektive Wissenschaft und fördere postfaktische Diskurse.
  • Politische Lähmung: Wenn alles relativ ist, bleibt keine normative Grundlage für politische Urteile oder Handlungen.

Diese Kritik formiert sich nicht einheitlich, sondern aus verschiedenen akademischen Lagern mit je eigener Agenda und methodischer Rahmung.

Die politische Kommunikation: Relativismus und die Krise der Wahrheit

Ein zentraler Antagonist zum Relativismus lässt sich im Bereich der politischen Kommunikation verorten, etwa in der Forschung von Michael Hameleers1, der die Beziehung zwischen Populismus und Wahrheit analysiert. In populistischen Diskursen, so Hameleers, zeigt sich eine tiefe Feindseligkeit gegenüber etabliertem Expertenwissen. Dabei wird nicht etwa die Wahrheit durch eine andere ersetzt, sondern das Konzept der Wahrheit selbst angegriffen – oft zugunsten eines „gefühlten Wissens“, das aus „der Erfahrung des Volkes“ gespeist wird (Hameleers 2020).

Diese Dynamik hat gravierende gesellschaftliche Konsequenzen: Die mediale Konstruktion alternativer Realitäten, die gezielte Desavouierung von Fakten und die Entwertung wissenschaftlicher Autoritäten führen zu einer Erosion kollektiver Urteilsfähigkeit. Populistische Kommunikation entwickelt dabei drei zentrale Strategien: Erstens die Pflege von Verschwörungsnarrativen, zweitens die Diskreditierung von Expertenwissen und journalistischen Quellen und drittens die Konstruktion einer volkstümlichen Wahrheit, die sich auf Alltagswissen und Intuition beruft (Hameleers 2020).

Diese Strategien, so der Autor weiter, führen zu einem „antagonistischen Verhältnis zwischen populistischen Diskursen und Wahrheit“, bei dem das politische Ziel nicht in der Verbreitung konsistenter Fakten besteht, sondern in der Mobilisierung durch Polarisierung und Misstrauen. Hameleers betont, dass populistische Akteure dadurch gezielt „alternative Versionen von Realität und Unwahrheit“ erzeugen, die sich mit der emotionalen Erfahrungswelt der Rezipient:innen überlagern (Hameleers 2020).

Religionssoziologie: Neuer Atheismus als anti-relativistische Reaktion

Eine weitere Form des Anti-Relativismus zeigt sich in der religionssoziologischen Analyse des sogenannten Neuen Atheismus, wie sie Stephen LeDrew2 entwickelt. Für LeDrew handelt es sich beim Neuen Atheismus nicht nur um eine religionskritische Bewegung, sondern um ein weltanschauliches Projekt, das tief im modernen Scientism verwurzelt ist – also in der Überzeugung, dass nur die Naturwissenschaften legitime Antworten auf die Fragen des Menschseins liefern können (LeDrew 2018).

In dieser Perspektive wird Relativismus als ideologischer Gegner imaginiert: als Ursprung kultureller Dekadenz, irrationaler Glaubenssysteme und gefährlicher politischer Indifferenz. Der Neue Atheismus tritt deshalb für eine Rückkehr zu rationaler Objektivität ein – verbunden mit einer universalistischen Ethik, die sich aus der „wissenschaftlichen Vernunft“ speist.

LeDrew analysiert dieses Projekt jedoch kritisch: Der Neue Atheismus agiere nicht rational, sondern fundamentalistisch – also mit denselben Ausschlussmechanismen, die er an Religionen kritisiere. Er konstruiert ein binäres Feindbild zwischen Wahrheit (Naturwissenschaft) und Irrationalität (Relativismus, Religion, Kultur). Dabei wird übersehen, dass auch Wissenschaft kulturell eingebettet, interpretationsbedürftig und wertbeladen ist (LeDrew 2018).

Technik- und Wissenschaftsstudien (STS): Zwischen methodischem Relativismus und normativer Gegenwehr

Die Wissenschafts- und Technikforschung (STS) bildet ein ambivalentes Feld in der Debatte um Relativismus. Einerseits wurde sie durch das „Strong Programme“ inspiriert, das erkenntnistheoretische Neutralität gegenüber wissenschaftlichen Wahrheitsansprüchen forderte. Andererseits haben sich führende Vertreter zunehmend von einem radikalen Relativismus abgegrenzt, insbesondere im Licht populistischer Wissenschaftsskepsis und systematischer Desinformation.

Johan Söderberg3 und Olle Bjurö setzen in ihrer Analyse postfaktischer Diskurse genau hier an. Sie beobachten die Rückkehr des Subjekts und der Wahrheit im Schatten einer „verdrängten“ Kritiktradition. Der Titel ihres Beitrags – The Return of the Repressed – verweist auf eine analytisch-psychoanalytische Struktur: Die verdrängten Konzepte von Wahrheit, Kritik und Subjektivität kehren in Zeiten epistemischer Instabilität zurück.

In dieser Perspektive wird Relativismus nicht offen attackiert, sondern als implizit mitverantwortlich für den Verlust epistemischer Autorität dargestellt. Die Autoren schlagen vor, kritische Theorie neu zu justieren: Nicht durch dogmatische Wahrheitsbehauptungen, sondern durch eine gestärkte Reflexivität über die Bedingungen von Erkenntnis. Wahrheit wird dabei als konflikthaft, aber nicht beliebig verstanden – sie ist weder absolut noch rein relativ, sondern gebunden an Praktiken diskursiver Aushandlung, begrifflicher Kritik und institutioneller Rahmung.

Anthropologie und kulturelle Differenz: Relativismus als methodische Haltung – und ihre Gegner

In den Kulturwissenschaften und insbesondere in der Anthropologie hat sich der Relativismus lange als methodischer Standard etabliert. Doch auch in diesem Bereich regt sich Kritik – sowohl aus dem Inneren der Disziplin als auch von außen.

Die Bachelorarbeit von Filip Bojanić4 analysiert das Spannungsverhältnis zwischen kulturellem Relativismus und Universalismus, insbesondere in Hinblick auf Menschenrechte, Multikulturalismus und „konkrete Universalität“ im Sinne Hegels und Žižeks. Dabei wird deutlich: Die Methodologie des Relativismus kommt an ihre Grenzen, wenn es um universelle ethische Standards geht – etwa bei der Kritik an Praktiken wie Genitalverstümmelung oder systematischer Unterdrückung (Bojanić 2016, 5).

Bojanićs Text zeigt, dass einfache Gegensätze – zwischen Relativismus als Beliebigkeit und Universalismus als moralischer Richtschnur – nicht tragen. In seiner Argumentation entwickelt er eine dialektische Vermittlung, die kulturelle Besonderheit ernst nimmt, aber nicht auf gemeinsame normative Horizonte verzichtet (Bojanić 2016, 1–2).

Besonders stark hebt Bojanić dabei den Begriff der „konkreten Universalität“ hervor, den er über Hegel und Žižek herleitet. Ein wahrhaft universaler Anspruch müsse sich konkret durch den Rückbezug auf das Besondere vermitteln (Bojanić 2016, 10). In der Schlussfolgerung betont er, dass die Anthropologie sich nicht als neutraler Beobachter aus politischen Konflikten heraushalten könne (Bojanić 2016, 42–43).

Kritische Würdigung

Die Analyse offenbart keine einheitliche Gegenposition zum Relativismus, sondern ein Feld divergierender Disziplinen. Antagonismen variieren je nach wissenschaftlichem Hintergrund: politische Kommunikation (Hameleers 2020), Soziologie (LeDrew 2018), Anthropologie (Bojanić 2016), STS (Söderberg & Bjurö 2023).

Doch viele dieser Antagonismen operieren mit vereinfachten Bildern des Relativismus. Notwendig wäre stattdessen eine dynamische Auseinandersetzung mit den Bedingungen, Grenzen und Möglichkeiten von Wahrheit, Wissen und Urteil – eine Aufgabe, die nur über interdisziplinäre Reflexion zu leisten ist.

Prüfprotokoll der Zitierstellen
Quelle Zitierstelle im Text Fundstelle im Original Status
Bojanić 2016 Menschenrechte, konkrete Universalität, anthropologische Verantwortung S. 1–2, 5, 10, 42–43 (PDF) ✅ Bestätigt
Hameleers 2020 Drei Strategien populistischer Kommunikation, Angriff auf Wahrheit Abschnitt 2, Abstract (HTML ohne Pagination) ✅ Bestätigt
LeDrew 2018 Scientism, ideologiekritische Analyse Nur Titel & Abstract zugänglich ❌ Nur Fließtextverweis
Söderberg & Bjurö 2023 Post-Truth & epistemische Instabilität Abstract zugänglich, Volltext blockiert ❌ Nur Fließtextverweis

Quellenverzeichnis

Bojanić, Filip. Contemplating the Binary Bind Between Cultural Relativism and Universalism: From Theoretical Critique to Practical Considerations. , 2016. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich, Archivlink stabil (Charles University DSpace)

Inhalt

Inhalt: Die Bachelorarbeit analysiert das Spannungsverhältnis zwischen kulturellem Relativismus und Universalismus aus einer anthropologischen und philosophischen Perspektive. Behandelt werden u.a. die Geschichte und Methodologie des Relativismus, kritische Konzepte wie Multikulturalismus und Identitätspolitik sowie die Rolle der Menschenrechte als potenzieller Vermittlungsfaktor. Besonders hervorgehoben wird die Dialektik zwischen partikularistischen und universalistischen Ansätzen.

Beitrag: Die Arbeit schlägt mit Bezug auf Žižeks Begriff der „konkreten Universalität“ eine theoretische Versöhnung der Gegensätze vor und leistet damit einen innovativen Beitrag zur Ethik- und Anthropologiedebatte in globalisierten Kontexten.

Hameleers, Michael. We Are Right, They Are Wrong: The Antagonistic Relationship Between Populism and Discourses of (Un)truthfulness. , 2020. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich, DOI-Zugriff verifiziert, stabile Archivseite (University of Kentucky)

Inhalt

Inhalt: Der Beitrag untersucht, wie populistische Bewegungen mit Konzepten von Wahrheit und Lüge operieren. Er behandelt Verschwörungstheorien, die Delegitimierung von Expertenwissen und die Konstruktion alternativer „Volkswahrheiten“. Dabei wird deutlich, wie Populismus gezielt etablierte Wissensordnungen untergräbt.

Beitrag: Die Studie liefert eine fundierte Analyse des Spannungsverhältnisses zwischen Populismus und faktenbasierter Kommunikation und gibt Impulse für Gegenstrategien gegen politische Desinformation.

LeDrew, Stephen. Scientism and Utopia: New Atheism as a Fundamentalist Reaction to Relativism. , 2018. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich, Springer-Link verifiziert, Kapitel in Fachbuch „Relativism and Post-Truth“

Inhalt

Inhalt: LeDrew untersucht den sogenannten ’neuen Atheismus‘ als ideologische Gegenbewegung zum kulturellen und epistemologischen Relativismus. Er argumentiert, dass sich dieser Atheismus durch fundamentalistische Züge auszeichnet, die einer utopischen Rationalitätsvorstellung verpflichtet sind. Bezug genommen wird auf Wissenschaftsdogmatismus (Scientism) und seine gesellschaftlichen Implikationen.

Beitrag: Das Kapitel liefert eine kritische Perspektive auf das Verhältnis von Wissenschaft, Wahrheit und Säkularismus in Zeiten der „Post-Truth“-Debatte und zeigt, wie sich säkulare Bewegungen selbst irrationaler Argumentationsmuster bedienen können.

Nogueira, Fernanda Schiavo. The Rehabilitation of the Uses of Relativism. , 2021. zur Quelle Titelprüfung erfolgreich, Peer-Review bestätigt, stabile Open-Access-Quelle der UFMG

Inhalt

Inhalt: Nogueira rezensiert Martin Kuschs Werk „Relativism in the Philosophy of Science“ und bietet eine systematische Übersicht über relativistische Ansätze von Kuhn, Feyerabend, Chang bis zum Strong Programme. Sie beleuchtet zentrale Begriffe wie epistemische Toleranz, Perspektivismus und den Einfluss soziologischer Bedingungen auf wissenschaftliches Wissen.

Beitrag: Der Artikel rehabilitiert Relativismus als legitime erkenntnistheoretische Haltung und widerspricht gängigen Verzerrungen relativistischer Positionen im Mainstream-Diskurs.

Söderberg, Johan, and Olle Bjurö. The Return of the Repressed: Subject, Truth and Critique in Times of Post-Truth. , 2023. zur Quelle Titelprüfung über Crossref und Sekundärquellen erfolgreich, stabile DOI-Verlinkung (SAGE Journals)

Inhalt

Inhalt: Der Artikel beleuchtet die Wiederkehr verdrängter Wahrheitskonzepte im Zeitalter postfaktischer Diskurse. Ausgehend von psychoanalytischen und kritischen Theorien analysieren die Autoren die Relevanz des Subjekts und der Kritik unter Bedingungen epistemischer Instabilität. Der Text verbindet kritische Theorie mit gegenwärtigen Debatten über Subjektivität und gesellschaftliche Wahrheit.

Beitrag: Die Autoren schlagen vor, kritisch-theoretische Ansätze zur Reflexion und Stabilisierung von Wahrheitsbegriffen neu zu positionieren und leisten damit einen Beitrag zur Rekonzeptualisierung von Kritik in postfaktischen Zeiten.

Autorenverzeichnis

[1] Michael Hameleers: PhD, Associate Professor für Political Communication, University of Amsterdam, Themenschwerpunkte: Populismus, Desinformation, Medienwirkung, politische Psychologie

[2] Stephen LeDrew: PhD, Ehem. Researcher in Soziologie, Uppsala University / Memorial University of Newfoundland, Themenschwerpunkte: Religionssoziologie, Neuer Atheismus, Säkularismus, Wissenschaft und Gesellschaft

[3] Johan Söderberg: PhD, Associate Professor für Technik- und Wissenschaftsstudien (STS), University of Gothenburg, Themenschwerpunkte: Wissenschaftstheorie, Technik und Gesellschaft, kritische Theorie, Post-Truth-Diskurse

[4] Filip Bojanić: Akademischer Grad nicht bekannt, Ehem. Bachelor-Student, Charles University (Faculty of Humanities), Themenschwerpunkte: kultureller Relativismus, Universalismus, Anthropologie, Menschenrechte

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